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Erdener Prälat
(Stuart Pigott)
Der Erdener Prälat ist eine süd bis südsüdwest exponierte Steillage, eingebettet in große Felspartien. Gleich ab dem Moselufer (nach der Straße) ragt der Hang steil auf. Das Gestein ist ein besonders feingliedriger Schieferverwitterungsboden mit deutlicher Zeichnung des vorher aufliegenden Rotliegendem.
Prägend, besonders in den Felsen ist die deutliche Rotfärbung durch die starken Eisenanteile im Rotliegenden. Von diesem rührt auch die besonders mineralische Gesteinsstruktur her. Die feine Struktur und starke Verwitterung des Schiefers führen zu einer besonders schnellen und sehr guten Erwärmbarkeit des Bodens.

Stuart Pigott (engl. Weinautor) stellte diese Lage in einem Artikel der FAZ in eine Reihe mit dem Richebourg (besondere Rotweinlage im Burgund). Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel:
……..„Ein außergewöhnlicher Wein muß aus einer außergewöhnlichen Weinbergslage stammen, denn woher bezöge er sonst sein einzigartiges Wesen? Keine andere Lage in Deutschland ist offensichtlicher außergewöhnlich als der Erdener Prälat.

Geschützt in der Beuge einer der großen Schleifen der Mosel, liegt dieser schmale Streifen steiler Weinbergsterrassen zwischen dem Fluss und riesigen Felsen aus rotem Schiefer eingezwängt. Die Reben profitieren hier nicht nur auf direkte Weise von der Sonnenenergie – die Lage ist exakt nach Süden gerichtet -, sondern auch von der Wärme, die die Felsen während des Tages aufnehmen und in der Nacht abstrahlen, und von dem enormen Wärmereservoir des Flusses. Im Frühling treiben die Reben im Erdener Prälat früher aus und blühen eher als irgendwo sonst an der Mittelmosel. Die Reife der Trauben setzt früher ein, und in den meisten Jahrgängen stehen die hier gemessenen Reifegrade an der Spitze des gesamten Gebietes.“ …..


Heute umfasst der Erdener Prälat etwa 1,5 ha Rebfläche Diese wird von ca. 15 Weingütern bewirtschaftet. Die kleinste Parzelle hat 40 m² , die größte 2500 m².

Bis zur Weinlagenreform 1971 war der Erdener Prälat im Familienbesitz der Familie Berres aus Ürzig. In der Kaiserzeit vor gut 100 Jahren, taufte die Familie Berres ihren besten Besitz im Erdener Treppchen auf den Namen Prälat um im wilhelminischen Deutschland einen klangvollen Weinlagennamen zu haben.
Im Zuge der Reform sollte eine Erweiterung auf ca. 5 ha Rebfläche erreicht werden. Hierzu wurden die Familie Berres und die Ortsgemeinde Erden um Stellungnahme gebeten. Entschiedene Gegner waren natürlich die Familie Berres und die Gemeinde Erden wollte gar ganz auf die Weinlage verzichten (vermutlich waren die damaligen Entscheidungsträger selbst nicht im Erweiterungsgebiet begütert). Der damalige Staatssekretär im Weinbauministerium, Schubach, fällt letztlich die Entscheidung mit den Worten:“ Meine Herrn, eins ist gewiss. Auch in Zukunft wird es Erdener Prälat in meinem Weinkeller geben.“

Die Lage wurde auf die heutigen 1,5 ha vergrößert, was einen jahrelangen Prozess der Familie Berres gegen das Land Rheinland-Pfalz nach sich zog. Viele Gutachten über die Qualität von Original- und Erweiterungslage wurden erstellt. Eine Abweichung voneinander war aber nicht festzustellen. Seit 1981 war dann die heutige Ausdehnung anerkannt.

Im Rebbestand sind bis auf wenige Ausnahmen (ehemaliger Besitz des Bischhöflichen Priesterseminars, heute Weingut Dr. Loosen und Weingut Schmitges) ganz alte Reben von denen mir nicht bekannt ist, das sie in den letzten 50 Jahren neu gepflanzt wurden.

Einer stärkeren Bekanntheit der Lage und deren Weine steht wohl nur die geringe Erntemenge entgegen, die aus einer so kleinen Lage zu erzielen ist. Die Qualität sucht in vielen Jahren den Vergleich.

Begütert im Erdener Prälat sind unter anderem:

Weingut Dr. Loosen, Weingüter Mönchhof und J. J. Christoffel, Weingut J.J. Christoffel jun., Weingut Selbach-Weins, Weingut Schmitges, Weingut Dr. Hermann, Weingut Moselschild, Weingut Meulenhof